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Wir haben Leute nach ihren besten Geschichten aus der Küche gefragt


Voll busy

Die Küche kann ein Minenfeld sein, und jeder Kochtopf kann bei falscher Handhabung explodieren. Trotzdem wagen sich einige todesmutig hinter den (provisorischen Camping-) Herd. Wir haben Leute nach ihren Anekdoten rund um die Küche gefragt:

Andy, genannt Stullenandy, 26, Berlin

Wir hatten eine Klassenfahrt, und haben eine derbe lange Wanderung durch den Schnee hoch auf eine Hütte gemacht. Ich war für einkaufen und kochen zuständig, und auf der Hütte gab es keinen Strom, kein Wasser, nichts. Ich musste also erst mal Schnee schmelzen, damit ich überhaupt kochen konnte. Es hat fast vier Stunden gedauert, alles vorzubereiten. Leider habe ich beim Einkaufen normalen Pfeffer mit Cayennepfeffer vertauscht. Der ist natürlich viel schärfer. Ich koche also, es wird schon dunkel, alle haben Hunger bis unter die Arme und was ist: Ungenießbar, weil einfach viel zu scharf. Dafür bekomme ich immer noch Hate auf jedem Jahrgangstreffen. Peinlich...

Cinzia, 23, Berlin

Ich war gerade neu in meine WG gezogen, und wir hatten beschlossen, um uns besser kennen zu lernen, einen Kochabend zusammen zu veranstalten, es sollte ein Curry geben. Wir saßen also zusammen und essen und quatschen, als einer meiner Mitbewohner mich so zum Lachen gebracht hat, dass mir vor versammelter Mannschaft ein Reiskorn durch die Nase schoss, mitten auf den Tisch. Aber das war der beste Eisbrecher, danach war alles, als würde ich schon ewig dort wohnen.

Chantalle, 22, Steinhöfel

Vor ein paar Monaten war ich bei meinen Eltern zu Hause und wollte meiner Familie eine Freude machen. Weil wir das alle mögen habe ich beschlossen, Milchreis zu kochen. Klingt eigentlich nicht so schwierig. Trotzdem habe ich es geschafft, den Milchreis so krass anzubrennen, dass der Topf nicht mehr zu retten war. Da hab ich ihn einfach weggeschmissen. Und das ist einfach keinem aufgefallen, bis heute nicht!

Nina, 24, Berlin

Wenn ich betrunken bin, bekomme ich Lust auf Überbackenes. Was, ist fast egal, Hauptsache mit gold-brauner Fettkruste. Vor einigen Jahren, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, konnte ich mich nachts nach einer Party mal wieder nicht zusammenreißen. Ich durchwühlte unsere Schränke nach einer guten Unterlage für den Käse und fand eine Dose Ravioli: perfekt! So landete der gesamte Inhalt in einem tiefen Teller, dann warf ich gefühlt 1 Kilo Käse auf die Nudeltaschen und stellte mein Werk in die Mikrowelle. Mein Ziel war die maximale Bräunung, also stellte ich das Gerät auf 1000 Watt und 5 Minuten (ich war betrunken, ich möchte das hier wiederholen). Als ich das erlösende Piepsen hörte und die Tür der Mikrowelle aufmachte, musste ich feststellen, dass meine Kreation sich in einer mittelgroßen Explosion über den gesamten Innenraum verteilt hatte. Ach, was soll’s, dachte ich, mache ich morgen – oder so. Ich holte einen Topflappen, manövrierte den Teller in mein Zimmer, aß die verbliebenen Nudeln und schlief sofort ein. Doch die Nacht war schneller vorbei als ich mir gewünscht hätte, denn ich hörte meinen Vater morgens durch die ganze Wohnung meinen Namen brüllen. Halb wütend, halb belustigt kam er in mein Zimmer, schob mich aus dem Bett und lies mich die Mikrowelle putzen. Das war mir nicht nur peinlich, es war auch mehr Arbeit als ich erwartet hatte. Seitdem haben meine Eltern so einen Plastikdeckel für die Mikrowelle und ich versuche, meine Gelüste mit TK-Pizza zu stillen.

Jassi, 29, Berlin

Zu Beginn meiner Single-Kochzeiten war ich noch wahnsinnig ambitioniert. Ambitioniert, aber unbegabt. Ich habe mich an so verrückte Kreationen wie Chili con Carne herangewagt. Ganz kreativ und schwierig also. Der Kumpel mit dem ich damals gekocht habe, lebte noch zu Hause. Also leider noch weniger talentiert. Aber was soll mit dem Internet an und in der Hand schon schief gehen[? Nichts eigentlich. Außer, dass wir nicht so gut in Maßangaben waren. Auf Knoblauch bezogen. Im Rezept hieß es 2-3 Zehen. Nach 1,5 Knollen (heute weiß ich was das ist) dachten selbst wir dann aber auch, dass das wohl reichen müsste und wir anscheinend etwas empfindlicher Knoblauch gegenüber sind, als der Mensch, der das Rezept verfasst hat. Das Chili hat uns zwar den kompletten Mund weggeätzt, aber dafür hatten wir beide am nächsten Tag das komplette Zugabteil für uns allein. Anscheinend waren wohl auch alle etwas knoblauch-empfindlich.

Klara, 26, Berlin

Vor einigen Jahren war ich auf einem Festival, und wir hatten natürlich auch einen kleinen Campingkocher eingepackt. Den hatte ich aber seit einem Jahr nicht mehr benutzt und war mir nicht mehr sicher, wie man die Gaskartusche richtig einsetzt. Dabei ist mir scheinbar ein Fehler unterlaufen, denn als mein Freund die Flamme entzünden wollte, ist die Kartusche explodiert. Es gab eine bestimmt vier Meter hohe Stichflamme, bei der wir sowohl meine Bein- und Armhaare als auch das Zelt des Nachbarn in Brand gesetzt haben. Zum Glück wurde ich sofort mit einer Wasserflasche von einer Freundin gelöscht. Den Rest des Festivals wurden wir immer wieder gefragt, ob wie die „krasse Flamme“ gesehen hätten. Wir konnten dann stolz antworten, dass wir die Verursacher waren, und haben jede Menge High Fives kassiert. So einen Kocher habe ich aber trotzdem nicht mehr angerührt und muss auf Festivals ALLES kaufen.

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