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Der Wocheneinkauf ist der Lifehack, auf den du schon immer gewartet hast


Voll busy

In Zeiten von Lieferdiensten, Supermärkten, die bis 24 Uhr geöffnet sind und Spätis, die einen auch nachts um drei noch mit dem Nötigsten versorgen, haben die meisten es verlernt, richtig einzukaufen. Wie plant man seinen Einkauf für eine ganze Woche? Ich habe es ausprobiert. Für berufstätige Menschen in unserer Generation, scheint das mit dem Einkaufen zu schwierig geworden zu sein. Oder zu einfach, je nachdem wie man es betrachtet. Denn Essen kaufen kann man mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal ob fertige Mahlzeit oder die Zutaten für eine nächtliche Kochsession. Essen im Überfluss. Immer. Überall. Eigentlich beängstigend. Darum versuche ich eine Woche das Gegenteil von spontanem Dauerkonsum: den guten alten Wocheneinkauf.

 

 

Sonntag

Wochenende. Kinderfrei. 12 Uhr. Ich öffne meine Augen. Erster Gedanke: AUA, meine Güte bin ich verkatert. Pause. Zweiter Gedanke: Hunger. Ich versuche nachzudenken, versuche die verbliebene Hirnmasse da oben zum Laufen zu bringen und zu rekonstruieren, was der Kühlschrank wohl noch so hergibt. In der vergangenen Woche habe ich mich wegen viel zu viel Arbeit und einem sehr ausgefüllten Sozialleben eher mittelmäßig ernährt. Zudem fehlte mir einfach die Zeit, den Kühlschrank mit halbwegs zusammenpassenden Nahrungsmitteln aufzustocken. So kommt es auch, dass sich der Inhalt aktuell auf Folgendes beschränkt: Geflügel-Bifi, Surimisticks, Butter, Kohlrabi, Essiggurken, vegetarischer Schinkenspicker, Teewurst, 2 Äpfel, Grapefruit, Zitronengras, Frühlingszwiebeln, Kirschjogurt, Kiri. Außerdem 2 Flaschen Bier, Milch und Fischsauce. Eine Kombination dieser Lebensmittel, selbst in meinen Augen: schier unmöglich. Daran muss sich etwas ändern. Ein Plan muss her!

Ich wühle mich aus dem Bett und springe waghalsig und todesmutig in das Experiment Wocheneinkauf. Wow – ich fühle mich plötzlich so erwachsen. Also im Sinne von: ich plane jetzt meinen Einkauf für die Woche. Ich bin Mutter, mein Sohn ist sieben. Und klar kaufe ich gezielt und gesund ein, aber tagsüber renne ich meist zwischen Hundeplatz, Schreibtisch und Terminen hin und her. Da bleibt oft nicht die Zeit, sich mit der Menüplanung für eine ganze Woche auseinander zu setzen.

Zurück zum Einkauf: ran an die Vorbereitungen. Glücklicherweise gibt es für wirklich alles eine App. Also auch für die Planung meines Wocheneinkaufs – der Name ist Programm: Meal Maker. Ich überlege, was ich die nächsten sieben Tage essen möchte, durchstöbere die endlosen Weiten der Foodblogs, schreibe mir einen ausführlichen und wirklich ausgewogenen Menüplan und daraus resultierend: einen Einkaufszettel.

Dieser beinhaltet: Avocado, Bananen, Äpfel, Mandarinen, Weintrauben, Gurken, Möhren, Paprika, Kopfsalat, Kresse, Eier, Bacon, Hühnerbrust, gefrorene Garnelen, Feta, Bergkäse, Zucchini, Pilze, Lauch, Kürbis, Erdnüsse, Cashews, Pesto, Parmesan, Tunfisch, 2 Dosen Tomaten, Mandeln, Brot, Toastbrot, Mandel-Nuss-Tofu, Quark, Knoblauch, Zwiebeln, Zitronen, Grapefruit, Rahmspinat, Kartoffeln, Koriander, Joghurt, Creme Fraiche, Pasta, Kokosmilch, Müsli, Milch, Butter, Frischkäse. Als Snack und zur Gönnung hole ich außerdem: Haribo Cherrys, Knoppers, Chips, 2 Flaschen Rotwein, 2 Flaschen Weißwein. Man weiß ja nie.

Mehr schaffe ich heute nicht. Aber der Wille ist da, und das ist alles, was zählt.

Montag

Ich schäle mich aus dem Bett und habe die Mission Wocheneinkauf klar im Blick. Dann mal los. Ich schmeiße mir Jacke und Rucksack rüber und verlasse - noch ohne Kaffee - das Haus. Der Einkaufszettel ist lang und ich frage mich schon jetzt, wie ich die Einkäufe alleine nach Hause bringen soll. Aber so motiviert wie ich bin, bekomme ich das schon hin. Normalerweise hätte ich jetzt schon die erste belegte Stulle des Tages vom Bäcker nebenan in der Hand und fange an zu zweifeln, dass man wirklich mit einem Wocheneinkauf Zeit sparen soll. Ich bin gestresst. Mein Terminplan voll und eigentlich würde ja auch ein kurzer Zwischenstopp beim Minimarkt um die Ecke reichen, um meine heutige Ration an Lebensmitteln zu decken. 

Gefühlte 100 Stunden später, stoppe ich bei meiner letzten Station - der Markthalle - und stelle fest, dass sich meine bisherige Ausbeute definitiv sehen lassen kann. Ich habe in tatsächlich nur 2 Stunden alles ergattert, was ich für eine Woche zum Essen brauche. Der Preis von knapp 120 EUR ist auf den ersten Blick noch etwas verstörend, ist jedoch auf den Tag gerechnet ganz okay. Man bedenke, ich habe Bio-Fleisch, Bio-Käse und 4 Flaschen Wein gekauft. Alleine diese Posten fallen mit 35 EUR ganz schön ins Gewicht, ich wollte mich aber auch nicht einschränken.

Endlich Zuhause befülle ich Tetris-mäßig den Kühlschrank und freue mich auf mein Avocado-Brot mit Ei. Steht ja so auf dem Plan. Auf einmal gefällt es mir ganz gut, dass ich mir keine Gedanken über meine Mahlzeit machen muss. Die Vorarbeit habe ich schon gestern geleistet. Getrost kann die jetzt einfach weggefuttert werden. Drei Mahlzeiten und zwei Snacks später, setzt - neben der Dunkelheit - auch die Müdigkeit ein.

Tag zwei meines Experiments neigt sich dem Ende. Zeit gespart habe ich heute nicht, da ich ja den Wocheneinkauf erledigt habe und noch dazu viel Zeit damit verbracht habe, meine Gerichte zuzubereiten. Aber es ist ja auch erst der Anfang.

Dienstag

Augen auf und ein schneller Blick in meinen Menüplan – aha aha - heute starte ich also mit Käsebrot. Ich lasse mich durch den Tag treiben und stelle zum ersten Mal seit Sonntag fest, wie gut ich es finde, dass ich heute das Haus nicht fürs Einkaufen verlassen muss.

Die Mealplaner App verkündet für Mittags Kürbissuppe mit Kokosmilch und zum Abendessen Pasta mit frischem Pesto, Hühnchen und Parmesan. Es fühlt sich irgendwie gesund an, mit so einem Wocheneinkauf. Also wirklich gesünder und bewusster, aber auch aufwändiger, da ich in einer normalen Woche aufgrund von Zeitmangel tagsüber ab und an eine Mahlzeit auslasse, bis 12 Uhr gar nichts esse oder mir einfach was beim Bäcker hole. Mein eingespielter Zeitvorteil des „Nicht-Einkaufens“, gleicht sich mit den Zubereitungszeiten der Menüs wieder aus, aber Kohle für Essen, habe ich heute definitiv noch keine ausgegeben.

Mittwoch

Ich habe schlechte Laune, obwohl es morgens Toast mit Tomaten, Feta und Spiegelei geben soll. Das klingt mega. Freue ich mich eigentlich schon seit Sonntag darauf. Und auch mein Mittagessen wird richtig gut: Bouletten mit Spinat und Kartoffeln. Jackpot. Die schlechte Laune verfliegt.

Ich stelle fest, dass mein Geldbeutel auch heute verschont geblieben ist. Während ich so auf meinen Mandeln herumkaue, die ich mir in meinem Plan als Snack eingetragen habe, überkommt mich ein Gefühl von Heißhunger auf etwas Anderes. Auf was genau, kann ich gar nicht sagen. Auch heute habe ich kaum das Haus verlassen. Mir fehlen meine Freunde, denn die treffen sich bestimmt nach der Arbeit noch auf ein schnelles Sushi und einen Wein. Raus kann ich diese Woche abends mit Kind nicht wirklich und zum Essen einladen kann ich sie auch nicht, da hätte ich anders planen müssen. Naja – zumindest habe ich Wein hier.

Donnerstag

Seit vier Tagen sieht mein Tagesablauf nahezu gleich aus. Ich stehe auf, schaue in meinen Plan und fange an zu zaubern. Heute platzt mein Terminplan aus allen Nähten und finde nicht wirklich die Zeit, ein großes Gericht zu kochen. Bei meiner Planung am Sonntag hatte ich sowas schon geahnt und habe - weil ich einfach schlau wie ein Fuchs bin - am Montag bei meinem Großeinkauf mal zur Abwechslung eine fertige Maggi Gewürzmischung gekauft. Heute gibt es Süßkartoffel – Puten – Gulasch. Schnell, einfach, lecker. Die Mischung habe ich bei meinem Streifzug durch den Supermarkt zufällig entdeckt. Maggi bietet jetzt in der Tat auch natürliche Mischungen an, nennt sich dann Ideen vom Wochenmarkt. Diesen hab ich leider nicht besucht, aber muss ich ja auch nicht, das hat ja Maggi für mich übernommen.

Abends locke ich eine Freundin mit Tunfisch-Salat zu mir. Ich erwähne, dass sich so eine Dose Fisch besser zu zweit essen ließe und sie mir dabei helfen müsse. Mit Fisch und Rotwein lockt man die Menschen zu sich nach Hause. Call me fox – again.

Freitag

Die Woche neigt sich dem Ende, der Inhalt meines Kühlschranks noch nicht. Heute starte ich den Tag mit einem Müsli und etwas Obst. Bis Mittag bin ich schon mal satt, erledige meine Tagesaufgaben und Termine, und stelle mich brav gegen 12.30 Uhr in die Küche um meine asiatische Gemüsepfanne zu kochen. Erstaunlich, wie all die Zutaten aus dem Kühlschrank wirklich die geplanten Gerichte ergeben. Ich bin zwar sehr zufrieden mit meiner Planung, habe aber das Gefühl, es könnte noch ausgefallener sein. Meine Gerichte sind noch sehr einfach gehalten - das sollte ich bei der nächsten Wochenplanung berücksichtigen.

Irgendwie habe ich schon wieder Lust auf Sushi. Steht aber heute nicht auf dem Menü. Dafür habe ich viel zu viele, tolle und gesunde Dinge im Kühlschrank, die verderben könnten, wenn ich hier jetzt ein Cheat-Gericht einlege. Heute noch nicht! Beim Träumen von einer dicken Rolle Lachs-Inside-Out, ertappte ich mich dabei, wie ich überlege, was verwerfe ich diesen Gedanken wieder und konzentriere mich auf das Schneiden meiner Paprika, die zusammen mit Zwiebel, Champignons, Lauch und Tofu mein geplantes asiatisches Gericht ergeben. Ist nämlich auch lecker.

Am Abend gehe ich nach meinem Brot mit Feta, Walnüssen und Honig noch auf einen Wein in eine Bar um die Ecke. Leider sind dort keine mitgebrachten Getränke erwünscht. Fair enough.

Samstag

Samstag. Okay. Morgens gibt es ein großes Familienfrühstück mit Brot, Toast, Eiern, Käse und Obst. Ich genieße die Tage, an denen ich nicht um 6.45 Uhr aufstehen muss und wir zusammen entspannt essen können. Während ich in meine Käsestulle beiße, sehe ich nach, was die App für heute Mittag geplant hat. Ich stelle voller Freude fest, heute gibt es ein CHEAT GERICHT.

Ja okay, es ist vielleicht beim Wocheneinkauf nicht erlaubt, aber ich habe mir dennoch einen Tag in der Woche freigehalten, an dem ich spontan entscheide, was ich esse. Gut ist, dass der Tag auf heute gefallen ist und ich mich – natürlich erst nach meinem Frühstück nach Plan! - freudig zum Pizzaladen meines Vertrauens begebe und ENDLICH ein Stück Lieblingspizza (mit dem besten Teig der Welt!) essen darf. Pizza is life. Bekomme ich zuhause einfach so nicht hin.

Warum eigentlich darf? Auf dem Weg frage ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist, mir selbst so strenge Regeln aufzuerlegen. Ein wenig gezwungen ist das alles schon. Jeden Tag das Gericht, das auf dem Plan steht. Gelüste zu unterdrücken oder aufzuschieben. Will ich das wirklich? Zum Glück ist das mein letzter krauser Gedanke des Tages. Besänftigt von meiner Pizza geht der Tag zu Ende.

Sonntag

Tag 7. Oder Tag 0? Wie auch immer man es nennen möchte. Ich esse brav nach Plan: zum Frühstück gibt es Müsli mit Obst. Den Rest des Tages verwerte ich alles Übriggebliebene aus dem Kühlschrank. Die restlichen Obst- und Gemüsebestände werden verputzt. Es gibt Pasta all’amatriciana, dazu Salat. Es regnet und ich muss nicht vor die Türe, wir werden satt. Am Abend mache ich aus den verbliebenen Kartoffeln ein Pürree, mische den restlichen Feta dazu und bestreue das ganze mit den verbliebenen Blättern Koriander und Cashews. Interessante Mischung - aber wahnsinnig lecker.

Danach ist Kühlschrank aber auch wieder so gut wie leer. Ich überlege lange hin und her, wie ich den Start in die neue Woche angehe. Und vor allem überlege ich, was mir denn dieser ganze Wocheneinkauf gebracht hat. Ich habe definitiv Geld gespart, denn einmal geplant einkaufen kommt für mich günstiger daher als jeden Tag spontan in den Supermarkt zu gehen. An manchen Tagen fand ich es super, nicht zu überlegen, was ich kochen soll, da mir die Entscheidung abgenommen wurde. An manchen Tagen hat es mich genervt. Allerdings habe ich weniger weggeworfen, da ich zu meinem eigenen Erstaunen, ernsthaft fast alles verkocht habe. Mein Fazit: Wer einen Wocheneinkauf macht, spart Geld und Nerven, produziert in der Tat weniger Müll und isst ausgewogener (und vielleicht auch ein bisschen gesünder). Und man weiß immer, was im Essen drin steckt. Ich habe einfach geplanter eingekauft, es bleibt weniger übrig.

Für immer werde ich das wohl nicht mit dieser Disziplin durchhalten, aber ich denke, ich werde ein gutes Mittelmaß finden, um es in meinen Alltag zu erhalten, ohne mein komplettes Leben dafür ändern zu müssen und immer auf Teufel komm raus am Sonntag einen kompletten Menüplan zu erstellen. Dafür liebe ich Spontan-Sushi und mein Stück Pizza von nebenan doch einfach zu sehr.

Hier findet ihr noch Apps für Tipps und Tricks und leckere Rezepte, als Inspiration und Hilfestellung.

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Viel Spaß beim Planen, Kochen, Einkaufen, Schnibbeln und Anrichten. P.S. Die neuen Maggi Wochenmarkt Produkte findet ihr ab sofort im Supermarkt. Neben dem Süßkartoffel-Puten -Gulasch findet ihr außerdem noch super viele andere Variationen, die euren Speiseplan definitiv ein bisschen aufwerten, wenn ihr mal nicht so viel Zeit habt drüber nachzudenken, ein außergewöhnliches Gericht zu kochen. Kreativen Input für einfache Gerichte mit jeweils nur 5 Zutaten findet ihr auf www.maggi.de, lasst euch bei der Menüplanung ein bisschen inspirieren. Mich hat es auf jeden Fall überzeugt.

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