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Der Podcast ist das Beste, was uns in den letzten Jahren passiert ist

Plötzlich war er da. Das Nischenmedium Podcast etablierte sich in den letzten Jahren zum Liebling der Millennials. Wir lieben es, anderen Leuten beim Reden zuzuhören, während wir Auto fahren, joggen oder kochen.

Der Hörbuchproduzent Audible widmet deswegen jetzt ein ganzes Segment unserer Liebe zum Podcast. Mehr als 30 neue Eigenproduktionen mit neuen Folgen in jeder Woche  können ab sofort als Audible Original Podcasts kostenfrei und ohne Werbung gehört werden, wenn ein Abo abgeschlossen wird. Wer also regelmäßig Hörbücher konsumiert, bekommt die Podcasts oben drauf – einfach so.

Dabei hat sich Audible für die Audible Original Podcasts eine Reihe namenhafter Magazine, Publikationen und Hosts ins Boot geholt. Partner sind unter anderem die Redaktion von 11 Freunde mit ihrem Fußball-Podcast Wilde Liga, die regelmäßig das who-is-who der Kickerwelt zum Talk einlädt. Auch VICE ist mit Radio Motherboard zum Thema Tech bei Audible vertreten und Katrin Bauerfeind trifft sich mit prominenten Gästen, die ihr in ihrem Interviewformat Frau Bauerfeind hat Fragen live vor Publikum Rede und Antwort stehenAber auch Wirtschaft, Themen aus dem LGBT-Spektrum oder Literatur (unüberhörbar mit Denis Scheck) bekommen ihren Platz im Audible Original Podcasts-Programm.

Doch was fasziniert Millionen von Menschen auf der ganzen Welt so sehr daran, anderen beim Reden, Sinnieren, Diskutieren oder sogar Streiten zuzuhören? Um den Erfolg des Podcasts zu verstehen, müssen wir weit zurückreisen, denn seine Geschichte beginnt während der Jahrtausendwende.

Im Jahr 2000 wurde das Konzept des Podcasting in den USA zum ersten Mal vorgeschlagen. Als 2005 der iPod von Apple entwickelt wurde, steckte das Medium bereits im Namen – jetzt war es möglich, Audiodateien anzuhören und der Podcast konnte über iTunes dem Massenpublikum zugänglich gemacht werden. Personalisiertes Programm also ohne Werbeunterbrechung.

Mit dem Launch von Serial kam der weltweite Erfolg des Konzepts, Audiodaten herunterzuladen und anzuhören. Der Podcast, der von der Radiosendung This American Life produziert wird, lief im Oktober 2014 an und beschäftigt sich pro Staffel mit jeweils einem ungeklärten Kriminalfall. Es war der erste Podcast, der am schnellsten die 5-Millionen-Download- und Streamingmarke bei Apple knackte und ist einer der erfolgreichsten weltweit.

Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie hören rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland Podcasts. Junge Leute bilden die Kerngruppe der Zuhörer, sie sind technikaffin und auch auf Social-Media-Plattformen stark vertreten. Wie sieht es abseits der Millennial-Blase aus?  „Podcasts haben eine Chance, groß zu werden. Aber im Mainstream sind wir noch nicht angekommen, wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Paul Huizing, Podcastprogrammverantwortlicher bei Audible. „Autoren, Soundengineers, Hosts und Redakteure müssen bezahlt werden können. Wer Podcasts als professionelles Medium erkennt, wird sehen, dass es noch viel zu tun gibt.“

Was macht das Medium so besonders, neu und einzigartig? Die Audiodateien zu konsumieren, lässt sich unfassbar gut in jeden Alltag integrieren. Die meisten hören Podcasts beim Auto fahren, aber auch beim Sport und vor allem auf Reisen, sprich, beim Unterwegssein. Der Alltag der Millennials ist schnell, da passt einen Podcast zu hören viel besser rein als zu lesen, egal ob digital oder print. 

Ein weiterer Vorteil ist auch die vermittelte Intimität, mit denen Podcasts arbeiten – wir hören Menschen zu, die sich über die unterschiedlichsten Themen unterhalten oder ihr Fachwissen in langen Monologen teilen, inklusive Lachen, Versprechen, persönlichen Momenten und unangenehmen Pausen. Das macht Spaß beim Zuhören, vermittelt Nähe und somit auch Authentizität, denn die Stimme eines Menschen transportiert Atmosphäre und bringt dadurch den Inhalt genauso rüber, wie er gemeint ist. „In den USA gibt es bereits hochprofessionelle Formate, während andere mit ihren Gästen einfach wahnsinnig gut diskutieren können – diese Vielfalt macht es aus“, sagt Huizing.

Und wie geht es nun weiter? Huizing sagt, „es braucht nun neue Herangehensweisen und weniger Zweitverwertung. Ich habe großen Respekt vor Leuten, die das nun angehen und sich die Frage stellen, wie man Inhalte durch Podcasts neu aufbereiten kann.“

Denn kein anderes Medium fügt sich so gut in unsere Zeit ein und bietet so unterschiedlichen Mehrwert – der Podcast, das Allroundtalent.